Chronik
1689 wurde hier der Bau der sogenannten Landschaftsakademie oder -schule fertiggestellt, eine höhere Bildungseinrichtung der niederösterreichischen Stände. 1749 wurde die Schule konkurrenzbedingt aufgelassen. Die Hofkammer, Vorläuferin des Finanzministeriums, erwarb das Gebäude 1751 und ließ an seiner Stelle von 1751 bis 1753 auf dem 26.673 Quadratmeter großen Grundstück die Alser Kaserne mit einer verbauten Fläche von 13.952 Quadratmetern errichten, die am 18. April 1753 bezogen wurde. Nach erfolgreichen Versuchen mit der sogenannten Thermolampe in der Kaserne von Znaim setzte Andreas Zacharias Winzler 1801/1802 im Auftrag des Kriegsministeriums seine Versuche in der Alser Kaserne erfolgreich fort.
In den letzten Jahren ihres Bestehens bot die Alser Kaserne Platz für zwei Stäbe von k. u. k. Infanterieregimentern und sechs Infanteriebataillone des gemeinsamen Heeres, die Sektion I des Garnisonsgerichts, Garnisonsarrest sowie für 21 Wohnungen für Offiziere und 25 Wohnungen für verheiratete Unteroffiziere. Die Kaserne war mit einer katholischen und einer evangelischen Kapelle ausgestattet. Von den 1870er Jahren an wurde das Areal für ein Polizeigebäude in Aussicht genommen, das man beim gegenüberliegenden Landesgericht für Strafsachen ansiedeln wollte, um Häftlinge zu Fuß zu Gericht bringen zu können. Da sich die Absiedlung der Heereseinrichtungen aber um Jahrzehnte verzögerte, wurde für die Polizei das viel weiter entfernte Polizeigebäude Rossauer Lände errichtet.
Am 6. Februar 1902 übernahm die Gemeinde Wien im Zuge der sogenannten Kasernentransaktion die Kaserne und ließ sie 1912 abreißen. Die bis dahin hier stationierten Truppen des gemeinsamen Heeres wurden in die 1910/1911 errichtete Erzherzog-Carl-Kaserne verlegt, für die ebenfalls hier stationierten bosnischen Soldaten wurde in der Erzherzog-Albrecht-Kaserne im 2. Bezirk ein islamischer Gebetsraum eingerichtet.
Auf dem nördlichen Teil des Kasernenareals wurde das 1913 für die Österreichisch-Ungarische Bank geplante und 1925 als Hauptgebäude der Österreichischen Nationalbank in Betrieb genommene und bis heute genutzte Gebäude errichtet. Der Teil direkt an der Alser Straße blieb als Grünanlage gestaltet und wurde 1925 Otto-Wagner-Platz benannt, ein kleinerer, östlich anschließender Teil wurde 1935 Frankhplatz benannt. Das Tor der Alser Kaserne wurde von einem ungarischen Magnaten gekauft und aus Wien abtransportiert.

