Chronik
Das Krankenhaus der Barmherzigen Brüder, 1614 gegründet, bildet das älteste und größte Ordensspital Wiens. Kaiser Matthias holte den Orden auf Anregung von Karl von Liechtenstein nach Wien, wo Frater Gabriele Ferrard ein Spital errichtete. 1624 bekam das Spital den Stiftsbrief von Ferdinand II. Dem Kloster ist seit Anbeginn ein Spital angeschlossen, das sich im Lauf der Jahrhunderte zu einem weltstädtischen Krankenhaus entwickelte: erweitert 1828 und 1838, es nahm 1848 zahlreiche Verwundete auf. Das Neue Spital in der Großen Mohrengasse 9 wurde durch Stadtbaumeister Cajetan Miserovsky auf den Konventgründen erbaut.
Die Anfänge des Spitals stehen mit der heutigen Apotheke in engem Zusammenhang: Diese war, da sie bis gegen Ende des 18. Jahrhunderts kein Öffentlichkeitsrecht hatte, zum Klosterhof hin orientiert; die heutigen Räumlichkeiten der Apotheke dienten bis 1779 als Krankensaal. Da das Spital bereits bei Fertigstellung zu klein war, musste es 1903–1905 in der Großen Mohrengasse 11–13 erweitert werden. 1945 konnte Bürgermeister Theodor Körner das Spital erfolgreich vor einer russischen Einquartierung bewahren. Bis 1959 kam es zu einer Konsolidierung des Krankenhausbetriebs; 1960 erhielten die Barmherzigen Brüder den Dr.-Karl-Renner-Preis „für die Arbeit zum Wohle der Wiener". Nach dem Abbruch des Wohnhauses Schmelzgasse 4–6 wurde 1994/1995 ein Zubau zur Vergrößerung des Spitals in Angriff genommen; parallel entstand 1994 im Klostergebäude, Taborstraße 16, eine Zufahrt für Rettungsfahrzeuge.
Wichtige weitere Bauphasen umfassen die Erweiterung 1883–1885 nach Plänen von Carl von Hasenauer sowie Renovierungen im 20. Jahrhundert, etwa 1997 mit einem neuen Gebäudekomplex und 2004 mit modernisierten Räumen und einer Pflegeschule. Sehenswürdigkeiten sind die barocke Spitalskirche und die historische Fassade an der Taborstraße.

