Chronik

„Zum goldenen Schlössel", Schlösselgasse 6/Florianigasse 8, war das Schild eines schon 1694 erwähnten Gasthauses, dessen Besitzer Schlössel hieß. 1696 war der bürgerliche Maurermeister Franz Jänggl Besitzer des Hauses, 1734 sein Vetter, der spätere Hofastronom Franz Anton Pilgram, Societas Jesu. Joachim Perinet erwähnt das Haus in seinem Theaterstück „Das Theatervolk im Tartarus". 1863 erwarb der aus Bayern stammende Erhard Hammerand das Haus samt dem Lokal, das seine Erben als eine in ganz Wien bekannte Gaststätte bzw. nach dem Neubau des Hauses 1870 als Hotel weiterführten: das Hotel Hammerand, ein Familienhotel mit 150 Zimmern.

Die Nähe von Rathaus, Universität, Altem Allgemeinem Krankenhaus und Landesgerichtsgebäude bestimmte die Art der Gäste, zu denen unter anderem Ludwig Lazarus Zamenhof, Begründer der Plansprache Esperanto, und der Arzt, evangelische Theologe und Philosoph Albert Schweitzer gehörten. Anfang der 1920er Jahre gab Erhard Hammerand der Jüngere die Leitung des Hotels ab, worauf es in eine Aktiengesellschaft umgewandelt wurde und bald seinen guten Ruf verlor.

Als das Hotel 1928 geschlossen wurde, war im Haus zunächst ein Finanzamt untergebracht, 1986 folgten Abteilungen des Zivilsachengerichts, Bezirksgericht Josefstadt. Auch der Donau Verlag hatte hier seinen Sitz. Als die rings um das Haus bestehenden Gärten verbaut wurden, erhielt die neugeschaffene Gasse den Namen Schlösselgasse.

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