Chronik

Der Gloggnitzer Bahnhof und der benachbarte Raaber Bahnhof, Ausgangspunkt der Ostbahn, wurden 1845 eröffnet. Beide wurden von Matthias Schönerer in klassizistischem Stil erbaut und lagen symmetrisch zueinander angeordnet, verbunden durch gemeinsame Depots, Remisen und Werkstätten. Schönerer, einer der bedeutendsten österreichischen Eisenbahnpioniere, brachte es im Laufe seiner Karriere zum Millionär und wurde in den Adelsstand erhoben. Als für die Trassenplanung der Raaber Bahn verantwortlicher Cheftechniker legte er den Grundstein für das bis heute genutzte Bahnhofsdreieck zwischen Schloss Belvedere und der einstigen Vorstadt Favoriten.

Statt eines gemeinsamen, sinnvolleren Durchgangsbahnhofs ließ Schönerer zwei im rechten Winkel aneinandergrenzende Kopfbahnhöfe errichten, deren dritte Dreiecksseite die gesellschaftseigene Maschinenfabrik mit Lokomotivwerkstätte und Wagenremisen bildete. Das Aufnahmsgebäude des Gloggnitzer Bahnhofs lag deutlich näher am heutigen Südtiroler Platz als sein späterer Nachfolgebau; über eine Eingangs- und Kassenhalle gelangte man über eine Stiege in die Bahnsteighalle im ersten Stock. Wie alle Wiener Bahnhöfe verfügte auch der Gloggnitzer Bahnhof über einen luxuriösen Hofsalon für den kaiserlichen Hof.

Nach Fertigstellung der Semmeringbahn 1854, die den Anschluss an die Bahnstrecken in der Steiermark und in Krain herstellte, wurden die Begriffe Südbahn und Südbahnhof gebräuchlich. Die Bahngesellschaft firmierte in wechselnder Form – als „Wien–Raaber", „Wien–Gloggnitzer" und schließlich wieder „Wien–Raaber Eisenbahn-Gesellschaft" – ehe sie nach dem österreichisch-französisch-piemontesischen Krieg 1859 als k.k. priv. Südbahn-Gesellschaft auftrat. In dieser Form bestand der Bahnhof bis 1869, ehe im Zuge der Gründerzeit ein größerer, repräsentativerer Südbahnhof entstand. Der Raaber Bahnhof wurde 1870 zum Staatsbahnhof und erst 1918 zum Ostbahnhof; am historischen Standort dieses Bahnhofsdreiecks liegt heute der Wiener Hauptbahnhof.

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