Chronik
Schwierige Zeiten für das Gebiet brachten die Napoleonischen Kriege. Nach dem Sieg in der Schlacht von Ulm drang die französische Armee nach Wien vor, und die Soldaten plünderten die Dörfer. Nach dem gescheiterten Feldzug gegen Bayern drangen die Franzosen 1809 erneut nach Wien vor, und so wurden die Gemeinden erneut geplündert und mussten die französischen Soldaten verpflegen. Nach dem Wiener Kongress begann die ordentliche Vermessung des Döblinger Gebietes: Die Arbeiten dauerten von 1817 bis 1819 und endeten mit der Einführung der Katastralgemeinden und der Fixierung der Grenzen zwischen den Orten.
Das Wachstum sorgte nun in den bäuerlichen Dörfern für einen ersten Aufschwung in Gewerbe und Industrie. Gleichzeitig entwickelten sich die Orte Döblings zu beliebten Ausflugszielen der Wiener – vor allem die Heurigen und die Nußdorfer Brauerei lockten die Besucher hinter den Linienwall. Während der Revolution von 1848 blieb Döbling am Rande der Geschehnisse, wenngleich am 20. Oktober 1848 das Bezirksgebiet von kaiserlichen Truppen besetzt wurde, die von Nußdorf aus eine Brücke schlugen und das gegenüberliegende Ufer beschossen.
Mitte des 19. Jahrhunderts sorgte die aufkommende Beliebtheit der Sommerfrische für einen wahren Wachstumsboom der Döblinger Dörfer. Durch den zusätzlichen Bedarf an Wohnraum entstanden zahlreiche Wohnbauten, und die Bevölkerung der Dörfer verdreifachte sich beinahe innerhalb von nur vierzig Jahren – das bewirkte auch eine Modernisierung der Infrastruktur, etwa die ersten Gaslaternen und das 1856 errichtete Gaswerk Döbling. Zur Gründung des 19. Wiener Gemeindebezirkes kam es schließlich Ende des Jahrhunderts: Das Gesetz vom 19. Dezember 1890 wurde bis zum 1. Jänner 1892 umgesetzt und vereinte Unterdöbling, Oberdöbling, Grinzing, Heiligenstadt, Nußdorf, Sievering, das Kahlenbergerdorf, Josefsdorf sowie Teile von Weidling zum 19. Wiener Gemeindebezirk Döbling. Aufgrund der Größe Oberdöblings, das fast genauso viele Bewohner wie der Rest des Bezirkes hatte, gab es über den Namen des neuen Bezirkes keine Diskussion.

