Chronik

Simmering war bis Ende 1891 eine eigenständige Gemeinde und ist seit 1. Jänner 1892 ein Stadtteil Wiens im gleichnamigen 11. Wiener Gemeindebezirk. Der Bezirksteil Simmering liegt großteils im nordwestlichen Teil des Bezirks, grenzt im Südosten an Kaiserebersdorf, im Südwesten und Westen an die Favoritner Bezirksteile Oberlaa und Favoriten, im Nordwesten an die Landstraße und im Nordosten entlang des Donaukanals an die Leopoldstadt. Die erste urkundliche Erwähnung Simmerings aus dem Jahr 1028 lautete noch auf den Namen Symmanninngen, 1130 wird als Besitzer des Ortes Isinrich von Simmanningen genannt – ein Landadelsgeschlecht, das sich bis 1398 verfolgen lässt. 1880 wurde ein latènezeitlicher Münzschatz mit rund 260 Kleinsilbermünzen vom Simmeringer Typ gefunden, dessen Prägezeit zwischen 60 und 45 v. Chr. anzusetzen ist.

Simmering hatte die meiste Zeit seines Bestehens dörflichen Charakter, im Zentrum stand die St.-Laurenz-Kirche, die in Kriegszeiten als Ausguck diente. 1529 wurde der Ort im Zuge der Ersten Wiener Türkenbelagerung verwüstet, ebenso durch die Zweite Türkenbelagerung 1683 und die zweimalige Besetzung durch Napoleons Truppen 1805 und 1809. Ab 1773 fanden auf der Simmeringer Haide kaiserliche Artilleriemanöver statt, der Schießplatz bestand bis ins 20. Jahrhundert; 1797 begann der Bau des Wiener Neustädter Kanals. Bis etwa 1860 behielt Simmering seine dörflichen Strukturen, bevor es binnen weniger Jahrzehnte zum Industrie- und Arbeitervorort wurde: Um 1850 entstand die Simmeringer Waggonfabrik, ab 1869 kamen weitere Industriebetriebe hinzu, etwa die Maschinen- und Waggonfabrik AG, heute Siemens Mobility, sowie die Eisengießerei Vogelsinger & Pastré und eine Fabrik der Austro-Daimler AG. 1858 eröffnete das erste Amtshaus der Gemeinde, um 1860 entstanden die Rinnböckhäuser als eine der ersten Arbeiterwohnhofanlagen, die erst 2021 demoliert wurden.

1848 wurde die Grundherrschaft aufgehoben, damit wurde Simmering 1850 zur eigenständigen Ortsgemeinde. Nachdem Kaiser Franz Joseph I. 1888 bei der Eröffnung des Türkenschanzparks den Wunsch nach der Vergrößerung Wiens deutlich gemacht hatte, beschloss der niederösterreichische Landtag 1890 die Vereinigung Wiens mit über dreißig Vororten. Am 1. Jänner 1892 wurde Simmering – gegen den Willen des damaligen Vizebürgermeisters Karl Linke – gemeinsam mit Kaiserebersdorf und kleinen Teilen der Gemeinden Kledering, Schwechat und Albern zum 11. Wiener Gemeindebezirk vereinigt. Am 1. Jänner 1956, nach dem Abschluss des Staatsvertrages und dem Abzug der Roten Armee aus dem Alberner Hafen, wurde auch die bis 1938 selbstständige niederösterreichische Gemeinde Albern Teil des Bezirks.

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