Chronik

Die Firma wurde 1891 von den Brüdern Gustav und Wilhelm Heller gegründet, die aus einer jüdischen Familie stammten. Die Erzeugung befand sich zunächst im 3. Wiener Gemeindebezirk Landstraße, wo die Fabrik die Energie zur Süßwarenerzeugung mittels Dampf aus dem damaligen Beatrixbad bezog – ein Novum, während die Konkurrenz noch über offenem Feuer produzierte. Heller stellte seine Waren mithilfe von Vakuumapparaten her, was zu großen Erfolgen in der Monarchie und im Export nach Übersee führte. Gustav Heller wurde als Inhaber zum k.u.k. Hoflieferanten und später sogar zum Kammerlieferanten des Kaisers ernannt. 1899 übersiedelte das Unternehmen in eine neu erbaute Fabrik nach Favoriten; vor Ausbruch des Ersten Weltkriegs waren dort 1.500 Personen beschäftigt.

Nach dem Ersten Weltkrieg gingen die ausländischen Niederlassungen in London, Paris und New York verloren. Das Unternehmen begann daraufhin mit der Produktion von Obstkonserven, die bis in die 1950er Jahre anhielt. 1932 erhielt es die staatliche Auszeichnung und durfte das Bundeswappen im Geschäftsverkehr führen. Nach dem Anschluss Österreichs 1938 wurde das Unternehmen „arisiert"; nach dem Krieg kehrten die ursprünglichen, zwischenzeitlich in die USA emigrierten Eigentümer zum Wiener Traditionsunternehmen zurück. Die Firma gilt als Erfinderin des Wiener Zuckerls. 1971 wurde sie an den Mitbewerber Victor Schmidt & Söhne verkauft, das Werk mit noch 350 Mitarbeitern geschlossen. Ab 1994 gehörte das Unternehmen zum Nestlé-Konzern, bis es 2000 an den Wiener Süßwarenhersteller Manner verkauft wurde. Der Künstler und Kulturmanager André Heller ist ein Enkel Wilhelm Hellers.

Die „Heller Fabrik" umfasst einen ganzen Baublock im 10. Bezirk mit fast 18.000 m² Grundfläche, umschlossen von Davidgasse, Inzersdorfer Straße, Gussriegelstraße und Bernhardtsthalgasse, nahe der Triester Straße und dem Knoten Matzleinsdorfer Platz. Der „Wirtschaftspark Heller Fabrik" bewahrt die historische Backstein-Fabrikanlage, eines der bedeutendsten Industriedenkmäler dieser Art in Wien – im Altgebäude entstanden multifunktional nutzbare Bürolofts und Dachgeschossausbauten mit Blick über ganz Wien.

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