Chronik
Margarete Schütte-Lihotzky (23. Jänner 1897 bis 18. Jänner 2000) war eine der ersten Frauen, die in Österreich Architektur studierten, und vermutlich die erste Frau, die den Beruf in Österreich auch umfassend ausübte. Mit dem Entwurf der Frankfurter Küche wurde sie in den 1920er Jahren international bekannt, sie arbeitete unter anderem in Deutschland, der Sowjetunion, der Türkei und Bulgarien.
Um 1950 wurde sie von der Stadt Wien mit der Planung für einen Kindergarten am Kapaunplatz 10 im 20. Bezirk beauftragt, 1952 wurde er nach ihren Plänen errichtet: ein ebenerdiger Ziegelbau mit Walmdach in symmetrisch angeordnetem, H-förmigem Grundriss. Erschlossen wird das Gebäude über den zentralen Eingang an der Nordwest-Fassade, vom Eingangsbereich aus fällt der Blick durch eine großzügige Fensterfront in den Spielsaal mit Zugang zur überdachten Terrasse und dem einstigen Badegarten mit Planschbecken. Seitlich der Halle befinden sich die Zugänge zum Büro, dem Personalzimmer und den langen schmalen Gängen, die zu Küche, Arztzimmer und Waschraum führen. Am Ende des Ganges liegen zu beiden Seiten jeweils ein 58 Quadratmeter großer Gruppenraum für jeweils 30 Kinder, mit vorgelagerten Garderoben und Abstellräumen.
Der direkte Bezug zur Natur durch die großen Terrassentüren der Gruppenräume ist ein wichtiges Merkmal des Gebäudes, ein großzügig gestalteter Garten rundet das architektonische Konzept ab. Am 7. Juni 1952 wurde der Kindergarten vom damaligen Wiener Bürgermeister Franz Jonas eröffnet. 2014 wurde der unter Denkmalschutz gestellte Kindergarten um ein weiteres Gebäude ergänzt, er ist bis heute ganztags und ganzjährig geöffnet.

