Chronik

Am 17. Mai 1862 wurde der Apotheker Eduard Brandmayer, bis dahin Grundrichter, zum Bezirksvorsteher gewählt – Bestätigung durch die niederösterreichische Statthalterei am 6. Juni 1862. Am 6. Oktober 1862 fand die erste öffentliche Sitzung der Bezirksvertretung statt, das provisorische Gemeindehaus war das Schulgebäude Nikolsdorf 9, Nikolsdorfer Gasse 18; die Übersiedlung ins Amtshaus Schönbrunner Straße 54 geschah erst 1867.

Margareten entwickelte sich vom Handwerker- zum Arbeiterbezirk. Mit dem Aufkommen der modernen Massenparteien stellte 1891 die Christlichsoziale Partei alle Gemeinderäte, die aus der Schicht der Hausbesitzer und Gewerbetreibenden stammten. Etwa ab der Jahrhundertwende war die sozialdemokratische Organisation im 5. Bezirk stark verankert. 1906 wurde der Sozialdemokrat Franz Domes im 4. Wahlkörper gewählt.

In der Zeit des Roten Wien in der Zwischenkriegszeit dominierte die Sozialdemokratische Arbeiterpartei SDAP. Während der Februarkämpfe des Jahres 1934 befand sich die Kommandozentrale des Republikanischen Schutzbund im Reumannhof. In der Zeit des Austrofaschismus und der NS-Diktatur spielten Bezirksvertretungen keine Rolle. Die Bombenangriffe während der Spätphase des Zweiten Weltkriegs richteten vor allem im Bereich des Gürtels bei der Südbahn und beim Frachtenbahnhof am Matzleinsdorfer Platz sowie im Raum des Wienflusses die größten Schäden an. Schwere Bombenangriffe erfolgten am 23. August 1944, am 6. November, wobei viele Straßen und Parks getroffen wurden, sowie am 11. Dezember 1944 und am 7. Februar 1945. Gegen Ende des Krieges wurde das Amtsgebäude für den 4. und 5. Bezirk von Volkssturm und SS-Einheiten besetzt. Zu Kampfhandlungen kam es jedoch nicht mehr.

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